Zukunft schon heute – die richtige Düngerauswahl

Aktualisiert: Feb 10

Flüssig oder Fest? Vor dieser Frage stehen viele Ackerbauern immer wieder. Beide Düngerformen haben Vor- und Nachteile. Letztendlich entscheidet die gesamte Prozesskette!


Die Auswahl an festen Düngemitteln ist groß und wird ständig erweitert. Über die Klassiker wie KAS, DAP und Harnstoff hinaus gibt es eine große Anzahl an Mischvarianten und Mehrnährstoffdüngern. Bei den flüssigen, mineralischen Düngemitteln sieht das bisher anders aus. Die bekanntesten Vertreter der Flüssigdünger sind die NP-Lösung mit Stickstoff und wasserlöslichem Phosphat, die Ammoniumnitrat-Harnstofflösung (AHL) und das Pendant dazu mit Schwefel-Anteil: das Ammoniumthiosulfat (ATS).


Feste, lose Düngermittel sind im Handling sehr einfach und viele Genossenschaften sind auf diese Düngerform mit Förderbändern und Düngerhallen spezialisiert. Die Lagerung ist einfach, solange der Dünger trocken liegen kann. Flüssigdünger sind hier etwas anspruchsvoller, so kommt es bei der Lagerung auf die richtige Temperatur und das richtige Tankmaterial an, denn AHL und Co. können sehr korrosiv sein.


Aufnahme über Boden und über Blatt

Bei Düngern kommt es neben der Düngerart vor allem auf die Aufnahme in die Pflanze an. Feste Dünger können nur über die Wurzeln aufgenommen werden und müssen dafür erst gelöst und in den Boden eingewaschen werden, bevor eine Düngewirkung eintreten kann. In trockenen Jahren kann dies zu großen Problemen führen. Flüssigdünger sind deutlich schneller verfügbar und können neben den Wurzeln zudem auch über das Blatt aufgenommen werden, wodurch AHL bei einer korrekten Anwendung KAS überlegen sein kann, indem es N-Versorgungslücken bei Trockenheit überbrückt.


Was bringt die Zukunft?

In Zukunft wird es bei der Düngung immer mehr auf eine hochgenaue Ausbringung ankommen, mit weniger Überfahrten durch größere Arbeitsbreiten sowie durch reduzierte Düngergaben. Hier können Flüssigdünger ihre Stärken ausspielen, vor allem bei der präzisen Ausbringung. Betriebe können auf bereits vorhandene Technik zurückgreifen: die Pflanzenschutzspritze. Geschwindigkeitsabhängige Ausbringleistung, automatische Abschaltung von Teilbreiten sind hier keine Seltenheit mehr und genaues Arbeiten am Feldrand, besonders entlang an Gewässern, ist ohne Einschränkungen möglich. Zudem können die Flüssigdünger mit Pflanzenschutzmitteln gemischt werden und so weitere Überfahrten eingespart werden.


System Einmaldüngung

Eine weitere Form der flüssigen Düngung ist das Cultan-Verfahren, dass sich aber grundsätzlich von allen Düngungssystemen abhebt. Das Wort Cultan steht für „Controlled Uptake Long-Term Ammonium Nutrition“. Beim Cultan-Verfahren wird ein hoch konzentriertes Ammoniumdepot im Boden abgelegt, dass die Kulturpflanze über die gesamte Vegetation ernähren soll. Das Ammoniumdepot ist so hoch konzentriert, dass es kaum von Mikroorganismen abgebaut werden kann und so lange in seiner Form bleibt. Die Wurzeln wachsen um das Depot und umgeben es – so soll die Pflanze zu jeder Zeit mit der richtigen Menge an Stickstoff versorgt werden, unabhängig von den weiteren Wachstumsfaktoren.


Die Zukunft ist schon da!

Flüssigdünger ist gegenüber festen Düngern längst zu einer äußerst konkurrenzfähigen Alternative geworden. Flüssigdünger hat durch seine anwendungsspezifischen, technischen und wirtschaftlichen Vorteile das Potenzial, in sehr vielen Betrieben für eine höhere Effizienz, sichere Erträge und eine positive wirtschaftliche Entwicklung zu sorgen – heute wie in der Zukunft.

Letztendlich liegt es an Ihnen: Beurteilen Sie selbst die Situation, Voraussetzungen und individuellen Anforderungen Ihres landwirtschaftlichen Betriebs und stellen Sie Vorteile der Flüssigdüngung, aber auch Nachteile, Kosten und Nutzen gegeneinander auf.



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