So gelingt die perfekte Grassilage

Ein gutes Grundfutter ist ein wichtiger Parameter, um die Leistung und Gesundheit unserer Tiere zu erhalten. Das Ziel sollte es also immer sein, die höchstmögliche Qualität zu erreichen. An welchen Stellschrauben du drehen kannst, damit dies auch gelingt, erfährst du hier.


Das Grünland


Was drauf steht, ist drin. Dies gilt auch für unser Grünland – die Gräserzusammensetzung spielt eine wichtige Rolle bei der Qualität. Wichtig für den Futterwert ist das richtige Verhältnis von Ober- und Untergräsern. Die Gräser, Kräuter und Leguminosen sollten einen hohen Futterwert besitzen und je nach Nutzung des Grünlandes einen unterschiedlich hohen Bestandteil der Fläche ausmachen. Wird das Grünland lediglich zur Schnittnutzung genutzt, sollte der Schwerpunkt auf den Gräsern liegen. Ein gutes Grünland bildet den Grundstein einer guten Grassilage und sollte nicht vernachlässigt werden.


Der Schnittzeitpunkt


Der Schnittzeitpunkt sollte zum Ähren-/Rispenschieben liegen, warum? Je älter das Gras wird, umso mehr nimmt der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen, wie Eiweiß und Zucker ab, dagegen steigt der Rohfasergehalt. Für hochleistende Tiere ist eine „verholzte“ Grassilage ein echter Energiekiller und schwerer verdaulich, hier muss mit mehr Kraftfutter gearbeitet werden, um die Energiebilanz wieder ins Lot zu bringen, dies ist teuer und für den physiologischen Stoffwechsel des Tieres ungünstig. Im Optimum beträgt der Rohfasergehalt in der Trockenmasse bei 22-25 %. Jetzt ist das Zeitfenster, in dem der perfekte Schnittzeitpunkt liegt, sehr kurz – in der Hauptvegetation nimmt der Bestand pro Tag 3 bis 8 g/kg TM an Rohfasergehalt zu. Auch hier spielt das Wetter eine entscheidende Rolle. Wenn das Erntegut nicht abtrocknet, aber gemäht werden muss, sollte über den Einsatz eines Siliermittels nachgedacht werden. Denn eine Silage mit einem geringen Trockenmasseanteil ist sehr viel anfälliger für Buttersäurebildung, außerdem haften Verschmutzungen und Sand gut daran.


Technik beherrschen


Angefangen beim Mähwerk: nicht zu tief mähen, so gelangt weniger Schmutz ins Erntegut. Ist zuviel Erde im Siliergut, wirkt diese puffernd und der pH-Wert sinkt nicht schnell genug, außerdem gelangen leichter Clostridien ins Futter, welches die Buttersäurebildung begünstigt. Bei einem höheren Schnitt treiben die Gräser schneller wieder aus. Und wie hoch ist die optimale Schnitthöhe? 8-9 cm sollten es schon sein, individuell auch auf die Flächen angepasst, unebene Flächen und Neuansaaten prinzipiell etwas höher mähen.

Auch die Einstellung von Wender und Schwader spielen eine wichtige Rolle. Wer hat es nicht schon einmal gesehen, der Landwirt, der denkt er könnte das Schwaden und Wenden gleich mit dem Striegeln verbinden und kratzt munter in der Erde herum – hier droht wieder die massive Verschmutzung des Ernteguts. Die Arbeitshöhe sollte der Schnitthöhe entsprechen, es muss nicht jeder Halm auf Teufel komm raus zusammengekratzt werden.


Nicht trödeln


Je länger das gemähte Gras liegt, umso höher sind die Verluste der Inhaltsstoffe. Der Zucker wird veratmet und der Energiegehalt sinkt (die Rübenbauern unter uns kennen das).


Das Erntegut einfahren


Ob Ladewagen oder Häcksler – das Gras sollte geschnitten werden, und zwar nicht zu lang. Faustregel: je trockener das Gras, umso kürzer die Häcksellänge. Diese sollte zwischen 1 und 4cm liegen. Kurze Silage erleichtert das Verdichten und da Konservierungsverluste den größten Verlustparameter ausmachen, sollte hierauf geachtet werden. Auf dem Silo ist die optimale Verdichtung und Verteilung das A und O. Abschiebewagen eignen sich hierfür hervorragend, da es zu keiner Haufenbildung kommt. Trotzdem kann mit der richtigen Walz- und Verteilertechnik auch ein normaler Kipper gut verdichtet werden. Es sollte immer genug Zeit zwischen den ankommenden Wägen liegen, damit keine schlecht verdichteten Polster entstehen. Im Zweifel muss das Ernteteam eben mal kurz warten.


Abdecken


Im besten Fall ist das Silo gestrichen und die Wände mit Randfolie abgedeckt. Wer an der Folie spart, spart am falschen Ende. Schließlich soll das Grundfutter, am besten fürs ganze Jahr, gesichert werden. Ist das Silo fertig gewalzt, sollte sofort zugedeckt werden, das Belohnungsbier sollte sich für später aufgespart werden, ansonsten drohen Energieverluste. Eine Unterziehfolie ist unabdingbar, um das Silo Luftdicht zu verschließen. Überziehfolie, etwas zum Beschweren wie Reifen oder Gummimatten und Sandsäcke, um die Ränder gut abzudichten runden das ganze ab. Sind Probleme mit Krähen bekannt, sollte auf ein Netz nicht verzichtet werden.


Abwarten


Ist die Ernte erfolgreich eingefahren und abgedeckt, heißt es erstmal abwarten, bis das Silo wieder geöffnet werden kann, um es zu verfüttern. Das Silo sollte mindestens 6 Wochen verschlossen bleiben. Wenn es futtertechnisch nicht drängt, besser 12 Wochen.


Siliermittel – ja oder nein?


Es gilt, je ungünstiger die Bedingungen beim Silieren, umso sinnvoller ist der Einsatz von Siliermittel. Je nach Wahl des Mittels, haben sie Einfluss auf die Vergärung, Haltbarkeit, Futteraufnahme, Verdaulichkeit etc. Deshalb ist die Entscheidung des Siliermittels im Voraus schwierig, denn es sollte immer die aktuelle Siliersituation berücksichtigt werden. Ein Allroundtalent gibt es nicht, daher halt dir, wenn möglich, die Option offen, Siliermittel zu nutzen. Nur ein Siliermittel, welches auch für die aktuelle Problematik geeignet ist, wird die Silagequalität merklich positiv beeinflussen.

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