Silage in Ballen, eine Alternative auch für große Betriebe?

In der Praxis sind gerade für große Betriebe die Fahrsilos das Maß aller Dinge, trotzdem lohnt es sich über Silage in Ballen nachzudenken. Wir haben das Wichtigste für dich zusammengefasst.


Für kleine Betriebe stellt sich oft gar nicht die Frage der Silagekonservierung, ein Fahrsilo würde sich schlichtweg nicht lohnen, bei geringer Tierzahl kommt man auch langsam mit dem Vorschub hinterher und die Silage wird schlecht, vieles muss entsorgt werden. Zeitaufwendig und ärgerlich, wenn das gute Futter vergammelt sowie das Risiko der Erkrankung der Tiere mit sich trägt. Doch auch große Betriebe wissen den Vorteil der Ballensilage zu schätzen. Ebenso wird das Pressen von Maissilage in handliche Ballen zunehmend attraktiver.


Aber: Das Fahrsilo hat durchaus seine Daseinsberechtigung – gerade, wenn die Anlagen bereits vorhanden sind und eine große Futtermenge verbraucht wird. Zusätzlich wird weniger Müll produziert und bei optimalem Siliervorgang sind die Verluste nicht höher als bei der Ballensilage.


Warum sich Ballen trotzdem lohnen


Fangen wir bei dem viel flexibleren Mähzeitpunkt an. Viele große Betriebe haben Flächen mit unterschiedlichen Bedingungen, es gibt Wiesen, die lange nass sind, während auf anderen das Gras bereits verholzt. Die Ackerfutterflächen sind früher mähbereit. Bei einem großen Fahrsilo muss „alles“ gemäht werden, damit es sich lohnt. Oft ist ein Abstimmen mit dem Lohnunternehmen erforderlich, da Häcksler oder Ladewagen gebraucht werden und das altbekannte Problem, es sind nur wenig schöne Tage gemeldet und da „wollen alle mähen“.


Abgesehen von der höheren Flexibilität bei der Futterwerbung lassen sich die Verluste durch Fehlgärung verringern. Die Siloballen haben eine praktikable Größe, oft werden einer oder mehrere ganze Siloballen sofort verarbeitet, so dass es zu keinen Nachgärrungsprozessen, welche mit Nährstoffverlusten einhergehen, kommen kann.

Für Betriebe, die aufstocken aber noch nicht die baulichen Anlagen besitzen, gestaltet sich die Ballensilage als einfache Alternative, es wird lediglich ein Platz zur Lagerung gebraucht.


Auch für den Handel mit dem Gärfutter ist Ballensilage optimal, kleine Mengen können bequem und ohne Verluste durch Umsilierung transportiert werden.

Oft besitzen Betriebe bereits eine Ballenpresse für Heu und Stroh, dann sind die Investitionen, um komplett autark zu werden überschaubar. Die Ballensilage lässt sich mit weniger Arbeitskräften werben, theoretisch lassen sich so alle Schritte vom Mähen bis zum Wickeln von einer Person durchführen, während beim Fahrsilo mehrere Arbeitskräfte gleichzeitig benötigt werden – zum Bergen des Futters und Verdichten auf dem Silo. Auch das Siloabdecken gestaltet sich allein als schwierig bis unmöglich. Ebenso sparst du dir das lästige Siloaufdecken – wer hat nicht schon einmal im Winter bei -10°C geflucht, wenn mit kalten Fingern das Fahrsilo aufgedeckt werden musste?


Was ist zu beachten bei Ballensilage?


Trotzdem sollen ein paar grundlegende Dinge beachtet werden, damit du am Ende auch mit den Ballen zufrieden bist.


Die Ballen können sich qualitativ sehr unterscheiden. Ein Ballen vom Rand der Wiese kann durch grobe und alte Grasbestandteile viel schlechter silieren, im Herbst kommen am Waldrand eventuell noch Laub und Ästchen mit dazu. Es lohnt sich also zu überlegen, welches Futter wirklich in die Ballen gepresst wird und ob man nicht auch mal einen „Anstandsrest“ über lässt.


Auch logistisch muss der Überblick behalten werden. Werden alle Ballen an einem Ort gelagert, sollte jeder Mitarbeiter, welcher für die Fütterung zuständig ist, wissen, welche Ballen von welchem Schnitt sind, oder in welchen das Ackerfutter liegt. Oft hilft es, unterschiedliche Wickelfolienfarbe zu benutzen oder die Ballen rechtzeitig zu markieren.

Beim Handling der Ballen ist ebenfalls Vorsicht geboten, damit die Folie nicht kaputt geht. Eine Abdeckung mit Vlies könnte von Vorteil sein, wenn es Probleme mit Krähen gibt.


Genauso wichtig ist die Wahl der Silofolie. Hier lässt sich mit der richtigen Wahl viel Ärger vermeiden. Die Folie sollte sich im besten Fall mit einer UV-Stabilität, guten Klebeeingenschaften und hoher Strechtbarkeit von 55 bis 70 % auszeichnen. Beim Wickeln ist auf genügend Folienlagen zu achten. Empfohlen werden in der Regel 6 Lagen. Je härter das Material, umso mehr Lagen erweisen sich als praktikabel.

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