Mähdrescher – Lohnunternehmer oder selbst lenken?

Es ist wieder so weit, die Ernte steht vor der Tür. Nun werden die über das Jahr meist verschlossenen Hallentore geöffnet, Maschinen beiseite geräumt und die Knochen der Batterie gesucht, damit sie wieder herausgeholt werden können: die Mähdrescher! Häufig als die Königsmaschinen der Landwirtschaft bezeichnet, sind sie unverzichtbar, wenn die Ernte eingefahren werden muss. Aber jeder kennt die Problematik um die sanften Riesen: wirklich gebraucht werden sie nur wenige Wochen, auf manchen Betrieben sogar nur für wenige Tage. Dann ist sie wieder vorbei, die Ernte, und die Maschinen werden wieder in die Hallen gestellt. Legt man den betriebswirtschaftlich scharf geführten Stift an die Jahresbilanz, ist der Mähdrescher bei vielen landwirtschaftlichen Betrieben eher ein Fluch als ein Segen. Aber was tun?

Lohnunternehmer – Ja oder Nein?


Die Alternative zum selbst dreschen ist ganz klar die Beauftragung eines Lohnunternehmers. Diese halten große, leistungsstarke Maschinen vor, die häufig auch mit der neusten Technik ausgestattet sind. Landwirte mit eigenem Drescher wenden oft das Argument an, dass sie mit der eigenen Maschine flexibler sind und immer „können wann wir wollen“. Ein Argument, das sicherlich nicht von der Hand zu weisen ist. Dagegen spricht der Anspruch vieler Lohnunternehmer, Neukunden zu gewinnen und seine bestehenden Kunden natürlich zu halten und auch langfristig zu binden. Denn der Lohnunternehmer ist ein Dienstleister wie ein Frisör es auch ist – macht er keine gute Arbeit, geht der Kunde nächstes Mal zum Nächsten. Die Schlüsselmaschine für viele Lohnbetriebe stellt für den Anspruch der Kundenzufriedenheit der Mähdrescher dar. Denn der Betrieb, der es schafft bei seinen Kunden die angesprochenen Termine zu halten und auch feste Zusagen treffen kann, erhält den Zuschlag. Als Landwirt hast du die Zügel dafür selbst in der Hand, denn du hast die Druschfläche, die du dem Lohnunternehmer z. B. fest zusagen kannst. Das sorgt für Vertrauen.


Auf die Absprache kommt es an


Teile dem Lohnutnehmer frühzeitig mit, wie viel Getreide auf deinen Flächen angebaut wird. Halte den Kontakt in den Wochen vor der Ernte intensiv, denn so kannst du abschätzen, wann evtl. Termine schon vergeben sind. Aber am besten: Sag deinem Lohnbetrieb möglichst frühzeitig die Druschfläche verbindlich zu! So schaffst du klare Planungssicherheit für beide Seiten und wer als Erstes im Auftragsbuch steht, wird in der Regel auch zuerst gefragt. In der Regel halten die Lohnunternehmen immer genug Maschinen vor, um alle Kunden möglichst auch parallel bedienen zu können.


Technik, die begeistert


Wenn du von einem DO 98 kommst und dann der Lohnunternehmer mit dem neusten Lexion auf den Hof rollt, wird schnell klar, dass die Landtechnikwelt sich schneller dreht als häufig gedacht wird. Angefangen bei der Arbeitsbreite des Schneidwerkes und der Erntegeschwindigkeit, sind es doch häufig auch die elektronischen Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Nutze die Technik, die der Lohnunternehmer im Gepäck hat. Hier ist z. B. die Ertragskartierung zu nennen, die dir einen ganz neuen Eindruck deines Wirtschaftens am Ende der Saison geben kann.


Der Mähdrescher ist die schönste Maschine auf dem Hof und das Arbeiten mit dieser ist unbezahlbar. Aber manchmal lohnt sich vielleicht doch der Griff zum Telefon!

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