Einfach mal trennen – den Fuhrpark schlank halten


Auf vielen Landwirtschaftlichen Betrieben oder auf Lohnbetrieben stehen die Hallen voll – Maschinen von jung bis alt in allen Ausführungen. Doch brauche ich wirklich für alles eine Eigenmechanisierung? Und was kostet mich eigentlich die Unterhaltung dieser Maschinen? – Diese Fragen sollten Landwirte und Lohnunternehmer sich regelmäßig stellen. Wir haben das wichtigste für euch zusammengestellt.


Die klassische Ausstattung eines landwirtschaftlichen Betriebes besteht aus mindestens einem bis zwei Schleppern. Dazu Hänger, Drillmaschine, Grubber, Pflug sowie Geräte zur Futterbergung, Gülle- und Mist-Ausbringung. Zusätzlich noch ein Düngerstreuer und eine Spritze – der Fuhrpark ist komplett. Oftmals werden beim Neukauf von Schleppern die alten, kleinen Schlepper behalten. Damit will man Frontladerarbeiten oder Pflegearbeiten ausführen, in der Ernte Hänger rangieren oder dem Altenteiler einfach ein Stück vertraute Technik lassen. Aber braucht man diesen 3. oder 4. Schlepper auf dem Hof wirklich? Oder den alten Schwader, der noch für die schwierigen Ecken, die der Lohnunternehmer mit der großen Technik nicht erreicht, vorgehalten wird? Auch diese Maschinen wollen unterhalten werden. TÜV, Ölwechsel, neue Verschleißteile – mal ein neues Lager. Das summiert sich.


Sammeln kostet nicht nur Geld


Ein Nebeneffekt dieser Sammelleidenschaft ist chronischer Platzmangel. Hallenfläche, die sowieso meist knapp ist, steht mit kaum genutzter Technik voll. Ist keine Hallenfläche vorhanden, stehen die Maschinen draußen. Das sorgt meist für ein wüstes, gar unaufgeräumtes Bild. Daher empfiehlt sich das regelmäßige Ausmisten des Maschinenparks. Alle 3-5 Jahre solltest du deinen Maschinenpark durchgehen und kritisch hinterfragen, welche Maschinen wirklich benötigt werden und auf welche du auch verzichten könntest. Dazu zählen auch alte Gebläse, Trocknungen und Einrichtung, die schlichtweg über ist. Oftmals ist die Überraschung groß. Ist der Schrottpreis gut kommen oftmals stattliche Summen zusammen. Zudem lassen sich intakte Maschinen meist gut auf Plattformen wie Ebay Kleinanzeigen verkaufen oder gleich beim Kauf neuer Technik in Zahlung geben. Das aus dem Verkauf locker gewordene Geld kannst du dann gut in arbeitserleichternde Technik wie Kehrbesen oder ein Lenksystem für den Schlepper investieren – den Betrieb schlank zu halten, lohnt sich und gibt ein schönes, aufgeräumtes Außenbild.


Auch für Lohnunternehmen lohnt es sich, auszumisten


Noch gravierender sieht es oft in Lohnunternehmen aus. Der stetige Wandel der Landwirtschaft und neue Trends zwingen Lohnbetriebe regelmäßig zu Investitionen in neue Technik. Auch im Wachstumsprozess eines Unternehmers werden viele Maschineninvestitionen getätigt, um mehr Kunden zu bedienen und mehr Fläche zu bearbeiten. So kommt es, dass die Grundlast meist nur von wenigen Maschinen geleistet wird. Um Spitzen abzufedern kommen dann nochmal die älteren Geräte zum Einsatz. In der Praxis sieht man das meistens an der Gülletechnik. Ein oder zwei leistungsfähige Ausbringgespanne sind im Frühjahr rund um die Uhr im Einsatz. Zusätzlich werden dann oft noch diverse Güllefässer vorgehalten, um die Arbeitsspitzen abzudecken. Ein kleines Fass noch für die kleineren Kunden – wird ja schließlich an 5 Tagen in der Saison benutzt. Zusätzlich noch Zubringer, Schlepper und Anbaugeräte wie Güllegrubber, Scheibeneggen und Schleppschlauchgestänge.

Diese Technik möchte aber ebenso unterhalten werden, auch wenn sie nur wenig bis gar nicht eingesetzt wird. Schlepper, Anhänger und Güllefässer müssen regelmäßig zum TÜV – egal, ob sie im Einsatz sind oder nicht. Ebenso müssen Verschleißteile vorgehalten werden. Auch das bindet Kapital. Standschäden und der generelle Werteverzehr durch Altern der Maschinen kostet den Betrieb zusätzlich Geld. Zudem sind die überdachten Stellplätze auch in Lohnunternehmen meist knapp. Es ist daher auch in Lohnbetrieben sinnvoll, regelmäßig auszumisten. Nicht jede Technik muss für jeden Kunden vorgehalten werden. Ein Lohnunternehmer sollte genau darauf achten, welche Maschinen abrechenbare Stunden einfahren und welche nicht. Eleganter ist es daher, in wenige, moderne und schlagkräftige Maschinen zu investieren. Das sorgt für Übersichtlichkeit bei den Kosten und erhöht die Einsatzsicherheit des Maschinenparks.

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